01
Konzept
PRODUKTE UND INSPIRATION
ZUM GÄRTNERN IM URBANEN RAUM
IN 14 TAGEN VON
ROH NACH WOW
IN 14 TAGEN VON ROH NACH WOW
Innovative Ideen im Einzelhandel fördert die Rid Stiftung als ›Future Retail Store‹-Projekt. Mit ›Urban Gardeners‹ haben Jakob und Valentin Kiefl, Nachfolger in fünfter Generation des Gartencenters Kiefl, ein innovatives Store-Konzept entwickelt, das den Handel mit Pflanzen wieder mitten in die Stadt bringt und mit digitalen Elementen unterstützt.
2023 gegründet, will Urban Gardeners eine junge Zielgruppe
begeistern und zeigen: Gärtnern funktioniert auch auf kleinstem
Raum – kreativ, digital unterstützt und alltagsnah. Das Sortiment ist
speziell auf die Bedürfnisse urbaner Pflanzenliebhaber*innen
zugeschnitten. Indoor-Garten-Enthusiast*innen, die mit pflegeleichten
Zimmerpflanzen wie Monstera und Sukkulenten ihr Zuhause
verschönern wollen, Balkon-Dekorateur*innen, die clevere Lösungen
für wenig Platz suchen und Stadtgärtner*innen, die auf
Selbstversorgung setzen und essbare Pflanzen auf dem Balkon oder
im Gemeinschaftsgarten anbauen möchten. Dabei geht es nicht nur
um Produkte, sondern auch um Inspiration: Wie kann ich meine
Wohnung begrünen, auch ohne grünen Daumen? Welche Pflanzen
sind tierfreundlich? Wie gelingt Gärtnern auf engem Raum?
JAKOB UND VALENTIN KIEFL, URBAN GARDENERS
Mit Urban Gardeners knüpfen die Gründer an das Wissen und die
Werte ihres Familienbetriebs an – und setzen dabei eigene Impulse:
moderner Look, kompakter Store in der Innenstadt und der
konsequente Einsatz digitaler Technologien.
Beratung per KI-Chatbot
JAKOB UND VALENTIN KIEFL, URBAN GARDENERS
Stylishe Vor-Ort-Produktion mit 3D-Druck
Urban Gardeners experimentiert vor Ort mit 3D-gedruckten
Übertöpfen, Vasen und Pflanzenaccessoires – designt von den
Gründern und direkt im Laden produziert. Die Objekte verbinden
Funktionalität mit urbanem Stil. Zukünftig soll der 3D-Druck noch
stärker individualisierbar werden: Kund*innen könnten dann eigene
Designs oder Schriftzüge gestalten und vor Ort als Unikate fertigen
lassen – ein kreatives Extra im Einkaufserlebnis. Im vorliegenden
Report werden die Erfahrungen mit dem Konzept Urban Gardeners
beleuchtet, das über einen Zeitraum von sechs Monaten (März bis
August 2024) auf einer Einzelhandelsfläche im Münchner Rathaus
erprobt wurde. Vertiefende Einblicke zur KI-gestützten Beratung mit
dem Plantfinder sowie zum Einsatz von 3D-Druck für individuelle
Pflanzenaccessoires folgen in separaten Reports.
Ein Store in der Innenstadt darf auch mal das Rathaus sein
Im Rahmen des Förderformats Future Retail Store wurde das Konzept
Urban Gardeners auf einer rund 600 Quadratmeter großen
Ladenfläche im Münchner Rathaus am Marienplatz prototypisch
realisiert. Die Fläche wurde der Rid Stiftung kostengünstig von der
Landeshauptstadt München für das Förderformat Future Retail Store
zur Verfügung gestellt. Ursprünglich war die Nutzung für drei Monate
(März bis Mai 2024) geplant – aufgrund der positiven Resonanz wurde
sie auf sechs Monate, bis August 2024, verlängert. Abzüglich der
Zeiten für Auf- und Abbau waren die Türen von Urban Gardeners fünf
Monate geöffnet.
Die Verkaufsfläche verteilte sich auf drei Etagen: das Untergeschoss,
das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss. Zuvor war der
Standort vielseitig genutzt – bis 2020 vom Sportfachgeschäft ›Sport
Münzinger‹ , übergangsweise als Impfzentrum und zuletzt im Rahmen
der Zwischennutzung ›Bergson‹.
Mitten im Herzen der Stadt gelegen, zählt der Marienplatz zu den
starkfrequentierten Standorten Deutschlands. Die angrenzende
Kaufingerstraße verzeichnet durchschnittlich 7.300 Passant*innen pro
Stunde, die Weinstraße – in der sich der Eingang zu Urban Gardeners
befindet – etwa 4.500 Passant*innen pro Stunde.
Die Verkaufsfläche verteilte sich auf drei Etagen: das Untergeschoss,
das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss. Zuvor war der
Standort vielseitig genutzt – bis 2020 vom Sportfachgeschäft ›Sport
Münzinger‹ , übergangsweise als Impfzentrum und zuletzt im Rahmen
der Zwischennutzung ›Bergson‹.
Mitten im Herzen der Stadt gelegen, zählt der Marienplatz zu den
starkfrequentierten Standorten Deutschlands. Die angrenzende
Kaufingerstraße verzeichnet durchschnittlich 7.300 Passant*innen pro
Stunde, die Weinstraße – in der sich der Eingang zu Urban Gardeners
befindet – etwa 4.500 Passant*innen pro Stunde.
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LIANA HARTMANN ÜBER SOCIAL MEDIA
AUTHENTISCH
STATT PLAN
Liana Hartmann ist seit fünf Jahren im familiengeführten Gartencenter Kiefl tätig. Neben ihrem Studium ›Management Sozialer Innovationen‹ an der Hochschule München übernahm sie eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Idee rund um Urban Gardeners. Als Store Managerin auf der Rathausfläche prägte sie den Auftritt der Urban Gardeners wesentlich mit. Unter anderem initiierte und organisierte sie Community-Building-Maßnahmen in Form von Events und Workshops. Nicht zuletzt gelang es ihr, die Marke Urban Gardeners in sozialen Netzwerken einem Publikum von Tausenden Zuschauer*innen bekannt zu machen.
Liana Hartmann, die Nutzung von Social Media ist heutzutage für
viele Unternehmen unverzichtbar geworden, insbesondere wenn eine
jüngere Zielgruppe angesprochen werden soll. Welches Ziel verfolgt
ihr mit Urban Gardeners auf Instagram?
Was hat dich persönlich bei der Erstellung deines Contents inspiriert?
Hast du eine spezifische Strategie entwickelt?
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03
FAZIT
10 LEHREN AUS DEM PROTOTYP
ERFAHRUNGS- SAMMELSTELLE
1. Fokus statt Überfrachtung – nicht alles ist in sechs Monaten umsetzbar
2. Daten nutzen heißt Zeit investieren
Dank Shopify, Frequenzsensoren und Instagram-Business-Account
hatten die Urban Gardeners Zugriff auf tagesaktuelle Daten – eine
solide Grundlage für Sortiments- und Aktionsentscheidungen. Für
vertiefte Analysen fehlte jedoch die Zeit. So blieb etwa die Auswertung
von Bons zur Identifikation erfolgreicher Produktkombinationen
ungenutzt. Auch die Ergebnisse einer Online-Recherche zu Social-
Media-Trends im Bereich Grünpflanzen konnten nicht mehr
systematisch für die Sortimentsgestaltung genutzt werden. Das
Learning: Daten sind wertvoll – doch ihre Analyse und die Suche nach
den richtigen Fragestellungen sind aufwendig und benötigen gezielte
Ressourcen.
3. Pflanzenspezifische Tücken beim E-Commerce
4. Unerwartete B2B-Potenziale entdecken